Wie windschnittig ist der blue.cruiser?

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Energieeffizienz steht bekanntlich an oberster Stelle beim SolarCar-Bau. Der Schlüssel liegt dabei in den aerodynamischen Eigenschaften der Karosse: Je stromlinienförmiger sie ist, desto weniger Energie muss aufgewendet werden, um das Auto in Bewegung zu versetzen und fahren zu lassen.

Profis am Werk 

Aber wie genau lässt sich die Aerodynamik des fertigen blue.cruisers ermitteln? Und wie kann man an dieser im Anschluss noch arbeiten?

Das geht nur mit Hilfe von Profis: So lädt Partner Daimler das Team nun bereits zum zweiten Mal in ihren geschichtsträchtigen Windkanal nach Stuttgart ein. Seit den 40er Jahren wird er als erste Forschungseinrichtung weltweit für Messungen an originalgroßen Pkw und sogar Nutzfahrzeugen eingesetzt. Mit einer maximalen Antriebsleistung von 5.000 kW erzeugt das gigantische Gebläse bis zu 250 km/h schnelle Winde – hier lässt sich wirklich alles messen.

Derartigen Geschwindigkeiten muss sich der blue.cruiser nicht stellen – moderate 70 km/h simulieren die durchschnittliche Reisegeschwindigkeit während der World Solar Challenge. Dabei steht er auf einer drehbaren Messplatte, um sämtliche Einflüsse bis hin zu Seitenwinden simulieren zu können. 

 

Der cw-Wert

Doch das Team interessiert sich insbesondere für eine Kennzahl, die in diesen Tagen im Mittelpunkt steht und der alle gespannt entgegenfiebern: Den cw-Wert oder auch Strömungswiderstandskoeffizient. Diesen haben die Konstrukteure im Vorfeld schon berechnet – nun wollen sie natürlich wissen, ob ihre Theorien auch in der Praxis zutreffen. 

Doch warum ist dieser Wert so wichtig? Vereinfacht ausgedrückt gibt er an, wie groß der Luftwiderstand des Fahrzeugs ist. Dieser muss natürlich so gering wie möglich sein, damit das SolarCar vom Wind nicht zu stark ausgebremst wird und möglichst energieeffizient dem Ziel entgegenrollt. „Positiv beeinflussen lässt sich der cw-Wert durch Anbauteile wie zum Beispiel einen Heckspoiler oder eine so genannte Haifischflosse, die sich auch auf den Flügeln von Flugzeugen findet“, erklärt Leonie Drüppel, Chefin der Aerodynamik. Alles selbst konstruiert, versteht sich.

 

Vorbereitung auf die World Solar Challenge 

Und wofür das Ganze? „Je genauer wir wissen, welchen Luftwiderstand der blue.cruiser erzeugt, desto besser kann das Strategieteam im Rennen berechnen, wieviel Energie wir verbrauchen und wie weit uns die Batterieladung bringt“, so Leonie weiter. Im Zweifel entscheiden diese Erkenntnisse über Sieg oder Niederlage, denn mit der Energie hauszuhalten ist die größte Challenge des Wettkampfes. 

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