Aufgesessen, Angeschnallt: Testfahrt!

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60 Studierende, ein SolarCar, viele Testkilometer.

Die World Solar Challenge ist DAS große Ziel, auf das das Team fast zwei Jahre hinarbeitet. Um für dieses besondere Event gerüstet zu sein, sind Testfahrten unumgänglich, bei denen die Rennsituation simuliert wird. Statt auf unberechenbaren, öffentlichen Straßen testet das SolarCar Team um den blue.cruiser zum Beispiel auf dem Luftwaffenstützpunkt in Nörvenich und auf dem thyssenkrupp-Werksgelände in Dortmund.

Das Team trifft sich dazu in aller Frühe zum Verladen des SolarCars und dem Packen der Begleitfahrzeuge. Bereits das Verladen des blue.cruisers muss geübt werden, damit keine Schäden entstehen. Am Testgelände angekommen werden die obligatorischen Mechanik- und Elektrikchecks durchgeführt. Während der Checks können noch Fehler behoben werden, damit diese bei der Testfahrt hinterher nicht zu Verzögerungen führen.

Genau wie in Australien haben die Teammitglieder unterschiedliche Aufgaben zu erfüllen. Dafür sind sie in drei unterschiedliche Teams aufgeteilt: das Renn-, das Support- und das Medienteam.

Jeder Handgriff sitzt

Das Rennteam arbeitet direkt am Auto, führt nötige Reparaturen durch, kontrolliert mechanische sowie elektrische Komponenten auf ihre Funktionstüchtigkeit und besteht deshalb aus den technisch erfahrenen Teammitgliedern. Während des Rennens teilt sich das Team auf zwei Fahrzeuge auf, die das SolarCar begleiten: Vorne weg fährt das so genannte Lead-Fahrzeug und hält nach potentiellen Gefahren Ausschau bzw. gibt per Funk die Beschaffenheit der Straße durch. So kann der Fahrer des SolarCars Schlaglöchern oder Hindernissen rechtzeitig ausweichen. Dem SolarCar folgt das „Chase", in dem neben Mechanikern und Elektrikern die Strategen sitzen und Daten sammeln, um den Fortgang der Fahrt zu bestimmen: Wieviel Energie ist noch vorhanden? Wie schnell muss das SolarCar fahren, um möglichst effizient am Ziel anzukommen? Wie sind die Wettervorhersagen und wie können Wind und Sonne das Ergebnis beeinflussen? Diesen Fragen gehen die Strategen noch während der Fahrt auf den Grund, um die bestmögliche Fahr-Strategie zu berechnen. Im Fall einer Panne muss das SolarCar gesichert und abgesperrt werden -  ebenfalls ein Szenario, das während Testfahrten immer wieder geübt werden muss, damit im Notfall alles sitzt.

Das Drumherum

Das Supportteam sorgt sich währenddessen um das Wohlergehen aller Teammitglieder, sodass diese sich auf das Rennen konzentrieren können. In Australien bauen sie zunächst die Zelte für die Nacht auf, bevor sie sich um das leibliche Wohl ihres 60-köpfigen Teams kümmern - eine logistische Herausforderung auf 3000 Kilometern ohne umfassende Infrastruktur. Auf Testfahrten in Deutschland ist das zum Glück noch gut planbar, will aber dennoch geübt werden.

Die Dokumentation und möglichst aktuelle Berichterstattung übernimmt das Medienteam. Via diverser SocialMedia-Kanäle und über die Homepage werden die Daheimgebliebenen so bestens über das Tagesgeschehen informiert.  Die „Medienmenschen“ müssen stets vor Ort sein und ihre Kameras griffbereit halten, um keine spannenden Momente zu verpassen. Dabei dürfen sie Arbeiten am Auto oder gar den Rennablauf natürlich in keiner Weise behindern. Das kann bei der WSC im Zweifelsfall sogar Strafpunkte geben.

Alles eine Frage der Routine

Das richtige Funken müssen alle Teams beherrschen. Für die Durchführung eines Funkspruchs gibt es genaue Vorgaben, um Missverständnisse zu  vermeiden. Erst denken, dann den Knopf drücken, dann sprechen - so die Faustregel.

Auch das beste SolarCar ist nur so gut wie sein Team. Während der diversen Testfahrten gewinnen die Studierenden an Routine und machen sich so gut es geht mit der bevorstehenden Challenge in Australien vertraut. Was aber noch fast wichtiger ist - die Vorfreude steigt dabei ebenfalls!

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