Hochschule Bochum und ThyssenKrupp Steel Europe forschen erneut gemeinsam

Hochschule Bochum und ThyssenKrupp Steel Europe forschen erneut gemeinsam

Sonnenwagen „ThyssenKrupp SunRiser“ geht neue Wege beim Bau von Solarmobilen – Vorbereitungen für Start bei Weltmeisterschaft in Australien laufen

Meldung vom 04.02.15

Eine umfangreiche Forschungskooperation für den Solarfahrzeugbau haben die Hochschule Bochum und ThyssenKrupp Steel Europe vereinbart. Im Mittelpunkt steht dabei ein von den beiden Partnern neu entwickeltes Solarmobil mit dem Namen „ThyssenKrupp SunRiser“. Dieses wird an der „World Solar Challenge“ vom 18. bis 25. Oktober in Australien teilnehmen. Die Hochschule geht In der Cruiser-Klasse an den Start und baut dafür zum allerersten Mal einen Sportwagen. Bei diesem Modell will das Studenten-Team verstärkt auf Leichtbau-Stähle zurückgreifen.

Um in diesem Projekt zusätzliches Wissen von Werkstoffen und Mechanik einzubringen, ist ein Neuer an Bord: Dieses Jahr unterstützt mit Daniel Lohmeyer (25) aus Bochum ein Werkstudent von ThyssenKrupp Steel Europe das Solarcar-Team. Das will an den Erfolg aus dem vorletzten Jahr anknüpfen. Da wurde die Hochschule Bochum mit dem Vorgängerfahrzeug „ThyssenKrupp Powercore SunCruiser“, in dessen Motor besonders effizientes Elektroband von ThyssenKrupp Steel Europe steckte, Vizeweltmeister.

Innovative Entwicklung mit Stahl-Lösungen
Beim Motorendesign für das neue Modell werden die Erfahrungen der letzten Jahre mit einfließen. Die Effizienz soll aber bezogen auf das Streckenprofil, die Strategie und die damit zu erwartenden Geschwindigkeiten durch die Verwendung von speziellem Elektroband weiter gesteigert werden. Aber nicht nur der Motor soll mit Materialien und Know-how „Made by ThyssenKrupp“ ausgestattet werden. Die Hochschule Bochum konzipiert derzeit ein Fahrzeug, bei dem erstmalig der Anteil von Kohlefaserkomponenten verringert werden soll. Beim Bau von Sonnenwagen haben die Entwickler bisher vor allem auf Carbon gesetzt. Diesmal werden Leichtbau-Lösungen aus Stahl verwendet, die sowohl kostengünstiger sind als auch im Vergleich zu Carbon Vorteile bei Umwelt- und Nachhaltigkeitsaspekten haben.
Das Motto für den alltagstauglichen und straßenzugelassenen Solar-Sportwagen heißt also Multimaterialität. „ThyssenKrupp Steel Europe hat eine Vielzahl innovativer Leichtbau-Lösungen mit Stahl entwickelt, die von der Automobilindustrie verwendet werden. Einen Teil davon versuchen wir erstmalig auch beim Bau dieses Solarfahrzeugs einzusetzen“, erklärt Oliver Hoffmann, Leiter der Anwendungstechnik in Duisburg. So werden im Inneren des Sonnenflitzers hochfester Complexphasen-Stahl der Sorte CP-W 1000 für den Überrollbügel sowie Magnesium für den Mitteltunnel und den Armaturenträger verbaut werden. Außerdem liefert ThyssenKrupp Bilstein, der Fahrwerksspezialist im Konzern, speziell abgestimmte Dämpfer.

Mehr als 3.000 Kilometer durch „Down under“
Mehr Aufwand als bisher soll bei der Innenausstattung für ein ansprechendes Interieur sorgen. Denn nicht nur die reine Fahrzeit geht bei der Weltmeisterschaft der Solarcars in die Wertung ein. Eine Fachjury wird in Australien unter den Aspekten Alltagstauglichkeit, Design und Bequemlichkeit Punkte vergeben, die mit über den Sieg entscheiden. Höchste Ansprüche haben die Konstrukteure an die Zuverlässigkeit. Alle Komponenten müssen ohne Ausfall die mehr als 3.000 Kilometer lange Strecke von Darwin nach Adelaide überstehen. Als Vorbild dient das Vorgängerfahrzeug „ThyssenKrupp Powercore SunCruiser“, das ohne jede Panne den Wettbewerb 2013 als Vizeweltmeister abschloss.

Studierenden-Team arbeitet schon an Karosserieteilen
Zurzeit wird schon mit Hochdruck an den diversen Karosserieteilen gearbeitet. Das Design bleibt aber noch ein Geheimnis. Ende April sollen erste Bilder vom Auto der Zukunft der Öffentlichkeit präsentiert werden. Das fertige Fahrzeug soll Mitte des Jahres vorgestellt werden, bevor es dann seine Reise nach „Down under“ antritt. Einen Namen hat das Fahrzeug zumindest schon einmal: „ThyssenKrupp SunRiser“ heißt der neue Spross aus der Bochumer Sonnenwagen-Manufaktur. Auf diesen Sonnenaufgang darf man gespannt sein.

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